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Jan Hus-Anhänger - Beschwerdebrief nach Konstanz

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DER ADEL AUS BÖHMEN UND MÄHREN PROTESTIERTE AM 2. SEPTEMBER 1415 GEGEN DIE VERURTEILUNG UND HINRICHTUNG VON JAN HUS DURCH EINEN BESCHWERDEBRIEF, DER AN DAS KONZIL IN KONSTANZ GERICHTET WAR. IHRE SIEGEL FÜGTEN DER BESCHWERDE 452 ANGEHÖRIGE DES ADELS BEI. HUSSENS BESTRAFUNG UND SEINEN TOD ERKLÄRTE DER BRIEF ALS EWIGE SCHANDE UND BEFLECKUNG DES AM CHRISTLICHSTEN BÖHMISCHEN KÖNIGSREICHS
UND DER DURCHLAUCHTIGSTEN MARKGRAFSCHAFT UND UNSER ALLER.

„Nunmehr haben wir es als schicklich erachtet, Eurer Vaterschaft diese offenen Blätter in der Sache des Meister Jan Hus zu senden, uns mit dem Herzen und öffentlich mündlich bekennend, dass Meister Jan Hus gewiss ein guter, gerechter und christlicher Mensch war, der seit vielen Jahren in unserem Königreich durch sein Leben, Verhalten und seinen Ruf beständig und beispielhaft war...

Wer immer von den Menschen eines jedweden Standes, Ranges, einer jedweden Würde, Stellung, eines jedweden Ordens gesagt oder behauptet hat, sagt oder behauptet, dass im genannten Königreich und in der genannten Markgrafschaft die Irrlehre und die Ketzerei wucherten und uns, wie gesagt wurde, sowie andere Getreue Christi angesteckt hätten, wir alle - mit Ausnahme der einzigen Person des durchlauchtigsten Fürsten und Herrn, des Herrn Sigismund, des römischen und ungarischen Königs et cetera, des Erben und unseres künftigen Herrn, von welchem wir glauben und hoffen, dass er unschuldig ist - wir alle wissen, dass ein jeder Solcher in seiner Kehle lügt, als größter Bösewicht und Verräter des genannten Königreiches und der genannten Markgrafschaft und als unser schlimmster Feind, und dass er selbst der schädlichste Ketzer voller Schlechtigkeiten und Laster, ja des Teufels Sohn ist, jenes Teufels, der ein Lügner und der Lügen Vater ist....“

Unter den angehängten Siegel befinden sich auch die Siegel einiger Personen aus der Nähe der Gemeinde Husinec: Vlach von Březí, Jan von Hrádek, Petr von Drslavice, Mikuláš von Kratušín, Benek von Lhenice, Jan von Předslavice, Štěpán von Češtice und Vilém von Lčovice.

Drslavice (Drißlawitz) und Peter

Die hiesige Feste wurde vermutlich in der Mitte des 14. Jahrhunderts durch das niedere Adelsgeschlecht der Rosenberger gegründet. Seitdem nannten sich seine Mitglieder Edelleute von Drslavice (Drißlawitz). Peter, mitunter auch
Rychart von Drslavice genannt, widersetzte sich den Rosenbergern. Sein Siegel wurde auch dem Beschwerdebrief gegen die Verbrennung von Jan Hus, gleich in der zweiten Reihe neben dem Siegel von Čeněk von Vartemberk, des zweitehöchsten Burggrafen, hingefügt. Peter von Drslavice wurde
im Jahre 1424 erwähnt, als er an der Seite von Jan Smil gegen Ulrich von Rosenberg kämpfte. Im 18. Jahrhundert wurde die Feste zu einem Getreidespeicher, und später teilweise zu Wohnungen, umgebaut.

In den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts erhielt die Feste im Rahmen der Restitution die Familie Švejda, die versucht, die Feste in die ursprüngliche Gestalt zurückzuführen. Die Besichtigung ist nach vorheriger telefonischer Vereinbarung möglich.

Burg Hus und Mikuláš von Pístné

Die Burg wurde durch die Herren von Janovice in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts erbaut. Zum damaligen Hus-Herrengut gehörten 23 Dörfer und die Hälfte des Städtchens Husinec oder das Städtchen Záblatí. Nach dem berüchtigten Zikmund
Huler, der im Jahre 1405 in Prag hingerichtet wurde, erhielt das Herrengut Mikuláš von Pístné, der seitdem von Hus geschrieben wurde. Er wurde zu einem Anhänger von Jan Hus und nach dessen Tod Hauptmann der Hussitenheere. Er starb tragisch im Jahre 1420 in Prag. Die verlassene Burg besetzte Habart von Hrádek. Von dort aus unternahm er Raubzüge gegen die Kaufleute, die den Goldenen Steig passierten. Aus diesem Grunde wurde die Burg im Jahre 1441 niedergebrannt und zerstört. Die Ruine der Burg ist bis heute über den blau markierten Wanderweg zugänglich.

Weitere Tipps für Ausflüge

  1. Drslavice (Drißlawitz) und Peter
  2. Burg Hus und Mikuláš von Pístné
  3. Mikulášův Kratušín
    • Mikuláš von Kratušína trat im Jahre 1415 dem Beschwerdebrief an Konstanz bei. Dorf mit sehr alter Geschichte und schöner Barockkapelle des hl. Linhart auf dem Dorfplatz. Nach einer Überlieferung soll hier bei der Kapelle - an der Wegkreuzung von fünf Wegen (nach Zabrdí, Záblatí, Drslavice, Lažiště und Chlístov) die Mutter von Jan Hus, nachdem plötzlich die Wehen einsetzten, ihn zur Welt gebracht haben. Angeblich eilte sie zu ihrer Mutter in die unweit gelegenen Dobišov-Mühle. An die Kreuzung erinnert auch der alte Steinwegweiser. Berühmt ist auch die hiesige Gaststätte "U Stuchelů".
  4. Záblatí und Jan Smil von Křemže (Krems)
    • Nach dem Tode von Mikuláš von Hus wurde Besitzer der Burg Hus und somit auch des Städtchens Záblatí und Anhänger der Hussiten-Bewegung Jan Smil von Krems. Im Jahre 1439 brachte ihn sein ehemaliger Ernährer Ulrich II. von Rosenberg ins Gefängnis und acht Jahre später ließ er ihn hinrichten. Die Dominante des Marktplatzes von Záblatí ist die gotische Kirche Des Martyrium des hl. Johannes des Täufers. Interessant sind auch der Brunnen, das alte Pfarrhaus aus dem 15. Jahrhundert und die ältere Martersäule beim Weg nach Albrechtovice.

 

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