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Slavonice - eine Renaissance-Sammlung von Denkmälern

Die Entstehung der Stadt wird ca. in das 12. Jahrhundert datiert. Die älteste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1260. Ursprünglich handelte es sich um eine Ortschaft, später um eine Marktgemeinde, die den Herren von Hradec gehörte (Zweig von Vítkovci). Die Marktgemeinde entwickelte sich langsam in eine befestigte Stadt. Seit dem 13. Jahrhundert entstand wahrscheinlich auch das durcharbeitete unterirdisches System, das nicht nur zur Entwässerung, sondern auch zum Schutz als Verteidigungssystem der Stadt diente. Die Stadt wurde im 14. Jahrhundert stark geprägt. Damals erfolgte die Erweiterung der älteren befestigten runden Ortschaft um einen weiträumigen, mäßig absteigenden Marktplatz Richtung West (der heutige Stadtplatz Míru) und gleichzeitig um den Marktplatz in Richtung Ost in der Form einer erweiterten Straße (der heutige Stadtplatz Horní). Alle beiden Marktplätze wurden durch die mittelalterliche Bausubstanz der Bürgerhäuser gebildet, die auf langen Parzellen mit engen Höfen aufgebaut wurden, in den Hinterteilen der Höfe befanden sich Scheunen und Wirtschaftszubehör.

Zwischen diesen Marktplätzen steht die Maria-Himmelfahrt-Kirche mit dem dominierenden Städtischen Turm. Der Turm wurde in den Jahren 1503-1549 unter Führung des Meisters Michal auf der Stelle der ehemaligen Sakristei der Kirche aufgebaut. Der Bau wurde mit großer Förderung der Zunft der Tuchmacher ausgeführt und wurde zum wesentlichen Dominante der Stadt. Das barocke Helmdach stammt aus der Zeit nach dem Brand im Jahre 1750. Der Maria-Himmelfahrt-Dom ist eine dreischiffige Basilika mit zwei Feldern des Kreuzgewölbes und mit Pentagonschluss, gebaut von der Mitte des 14. Jahrhunderts bis 1521, mit dem mittleren Schiff, das erst im 15. Jhr. Gewölbt wurde, der Chor stammt aus dem 17. Jahrhundert, Anfang 18. Jhr. wurden dann Barockkapellen zugebaut.

Entlang des ganzen Nordrandes und teilweise am Südrande der Stadt entstanden Seitenstraßen mit vielen kleinen Häusern (Jana-Švermy-Straße und Boženy-Němcové-Straße). Bis heute sind einige Teile der Stadtmauer und zwei von drei Stadttoren erhalten. Seit Ende des 15. Jahrhunderts wurden viele Teiche in der Umgebung von Slavonice gegründet. Im 16. Jahrhundert erlebte die Stadt den wirtschaftlichen Aufschwung, es wurde auch alle Häuser auf den beiden Marktplätzen umgebaut. Die Hausgestaltungen erhielten sich bis heute. Man kann sich hier Rautengewölbe, Frontseiten der Häuser mit typischen Dachgiebeln, abgeleitet aus der italienischen Renaissance, Zunfträume mit Wandmalereien anschauen. Auch die reiche Sgraffiti-Verzierung ist nicht zu vergessen (neben umschlagsförmigen Sgraffiti sind auch komplizierte Figurenszenen zu sehen). Nach dem Jahre 1600 hörte die Bautätigkeit in Slavonice auf. Schwere Zeiten erlebte die Stadt während des dreißigjährigen Krieges. 1575 standen in der Stadt 156 Bürgerhäuser, davon 28 in der Vorstadt, nach dem Jahre 1624 gab es 164 Häuser, davon 73 leer oder ausgebrannt. 1680-1681 wurde Slavonice von Pest dezimiert. Die Stadt erholte sich von Pest- und Kriegsleiden erst an der Wende des 17. und 18. Jahrhunderts. Jedoch nicht so ganz. Am 27. März 1750 wurde dir Stadt vom großen Brand beschädigt, er vernichtete 44 Häuser und einen Großteil beider Marktplätze zusammen mit dem Turm. 1902 wurde die Bahnverbindung durch eine Lokalbahn mit Telč. Im 19. und 20. Jahrhundert wurden Teile der Stadtbefestigung abgerissen, das alte Rathaus aus dem 14. Jahrhundert wurde durch ein neues ersetzt. Seit dem Ende der 50-er Jahre des 20. Jahrhundert wurden die Denkmäler restauriert. Die Stadt wurde für ihre Einzigartigkeit am 31.8.1961 als das städtische Denkmalschutzgebiet erklärt.
Slavonice ist für seine Schönheit und Geschicklichkeit unserer Vorfahren das Ziel vieler Bewunderer.

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