Auf den Spuren der Kelten

Entdecken Sie Orte, an denen in alten Zeiten die Kelten lebten.

Zu den ältesten Bewohnern des Böhmerwaldes zählen zweifellos die Kelten. Mit ihrem Eintreffen im Böhmerwald im 6. Jahrhundert v. Chr. brachten die Kelten auch den ersten Namen für diese Gegend mit: „Gabréta Hylé“, was „Wald der Steinböcke“ bedeutete. Sie gründeten hier eine der ausgedehntesten keltischen Burganlagen. Zu den weiteren zählen auch die höchstgelegene Befestigungsanlage in Tschechien – Obří hrad bei Nicov – oder die Anlage bei Sedlo bei Albrechtice.

Der Gemeindeverbund Věnec eröffnete gemeinsam mit der Gemeinde Kubova Huť Ende des Sommers 2008 den „Keltischen Lehrpfad“. Der Lehrpfad ist 27 Kilometer lang, hat sechs Stationen (Kubova Huť, Boubín, Buk, Mářský vrch und zwei in Lčovice) und führt uns über gelb-braune Pfeile von Kubova Huť über den Boubín und den Mářský vrch bis zum Věnec.

Unser Spaziergang beginnt in Kubova Huť. Dieser Ort ist vor allem für seinen höchstgelegenen Bahnhof in Tschechien bekannt (995 m ü. M.). Die Pässe zwischen Boubín und Obrovec wurden lange vor dem Eisenbahnbau von Händlern genutzt, sowohl von keltischen als auch später von Salzhändlern, denn hier verlief ein Zweig des Goldenen Steigs. Ursprünglich stand hier seit 1729 eine Glashütte, benannt nach dem Wald des Hauptmanns Guba. Heute leben die Einwohner überwiegend vom Tourismus, denn Kubova Huť ist ein beliebtes Winterzentrum und im Sommer Ausgangspunkt für den Aufstieg auf den Gipfel des Boubín. Dorthin machen auch wir uns auf den Weg. Über einen steilen Hang steigen wir zum höchsten Punkt des Ausflugs. Auf dem Gipfel (1362 m ü. M.) steht seit 2005 ein hölzerner Aussichtsturm, der einen Blick über den gesamten Böhmerwald bietet – bei günstiger Wetterlage sogar bis zu den Alpen. Auf dem Gipfel befindet sich auch ein Gedenkstein mit der Inschrift „Kardinal Fürst von Schwarzenberg, 3. 8. 1867“, der an den Besuch des Prager Erzbischofs erinnert. An den Hängen des Boubín liegt ein bekanntes Naturschutzgebiet, das bereits 1858 von Förster John gegründet wurde. Der Boubín-Urwald hat eine Fläche von 666 ha, ist heute vollständig eingezäunt und nicht zugänglich. Wir steigen weiter ab nach Včelná. Berühmte Persönlichkeiten aus dieser Gegend sind etwa der Schriftsteller Karel Čada oder Professor Josef Kříž. Heute befindet sich hier bei Haus Nr. 5 der Familie Nuska das größte private Bügeleisenmuseum Europas. Über den Cikánský-Bach erreichen wir Buk. Dieser Ort wurde bereits im Jahr 1400 erwähnt. Auf dem Dorfplatz beeindrucken uns die Kapelle der Schmerzhaften Muttergottes von 1800 sowie der denkmalgeschützte Bauernhof Nr. 5. Die nächste Station des Lehrpfads ist Svatá Maří. Die dortige, ursprünglich gotische Kirche der Hl. Maria Magdalena wurde im 18. Jahrhundert barock umgebaut, jedoch sind gotische Objekte wie das Taufbecken mit Wappen der Bukovský, Nebřehovský und Přech-Familien oder das Weihwasserbecken erhalten geblieben. Die Glocken zählen zu den ältesten der Umgebung. In der Nähe des Pfarrhauses mit romanischen Fundamenten wachsen geschützte Winterlinden, 200 und 350 Jahre alt. Über die rote Wanderroute gelangen wir über den uns bereits bekannten Mářský vrch und Budilov zu einem greifbaren keltischen Denkmal – der Wallburg auf dem Věnec. Kurz vor Budilov sehen wir noch den sogenannten Královácký-Stein und erinnern uns daran, dass die dortigen Untertanen direkt der Königin Eliška unterstanden, wie in einer lateinischen Urkunde vom 11. August 1314 erwähnt wird, in der unter den 28 Dörfern des königlichen Gebiets von Volyně auch die Dörfer Bošice (mit dem Wald Brdo) und Budilov aufgeführt sind.

Auf dem felsigen Hügel Věnec, auch Pržmo genannt (765 m ü. M.), liegt ein geschütztes Kulturdenkmal – eine Wallburg aus der Hallstatt- und Latènezeit. An die natürliche Felsbefestigung schließen sich künstlich aufgeschüttete Wallanlagen an. Die umfassendste archäologische Untersuchung der Wallburg führte Professor Bedřich Dubský in den 1920er Jahren durch. Er entdeckte Tonscherben und eine bronzene Anhängerscheibe mit fünf Ringen (vermutlich im Besitz einer bedeutenden Person) aus dem Übergang der Hallstatt- zur Latènezeit (6.–5. Jh. v. Chr.). Außerdem wurden ein Keil und ein Feuersteindolch gefunden, was darauf hindeuten könnte, dass die Wallburg bereits in der Steinzeit besiedelt war. Funde belegen jedoch, dass die Burgstätte in der slawischen Zeit nicht besiedelt war. Von der Wallburg steigen wir in den unteren Teil des Dorfes Lčovice ab. Den Rundweg können wir abschließen, indem wir vom örtlichen Bahnhof mit dem Motorzug zurück nach Kubova Huť fahren.

Grundlegende Informationen:

  • Ausgangspunkt: Kubova Huť
  • Route: Kubova Huť – Včelná – Buk – Svatá Maří – Budilov – Věnec – Lčovice – Kubova Huť
  • Länge: 27 km
  • Schwierigkeitsgrad: höher
  • Zugang: zu Fuß
  • Erfrischung: Kubova Huť, Buk, Svatá Maří, Lčovice