Der Weg der schmerzenden Steine
Ein moderner Kreuzweg in den Wäldern über Písek weist auf die Leiden der heutigen Welt und des modernen Lebens hin.

Gesamtlänge
3 km
Dauer
3 Stunden
Landschaft
Asphalt, Schotter, Waldwege
Empfohlene Jahreszeit für einen Besuch
Ganzjährig, außer bei starkem Winterfrost
Schwierigkeit
Mittlere Schwierigkeit, da es bergauf geht
Wegbeschreibung
Es handelt sich um einen Rundweg. Der Weg endet an der Aussicht der Píseker Förster. Von dort kann man der Markierung zur Aussichtsturm Jarník folgen und anschließend zur Hütte Živec, von wo aus man sich auf den Weg zurück nach Písek begeben kann.
Der Ausgangspunkt befindet sich bei U Vodáka (Písecké hory). Von hier führt der Weg 3 km bergauf. Der Rückweg kann über verschiedene Routen erfolgen.
Das greifbare Ergebnis dieser ungewöhnlichen Idee war der Bau eines modernen Kreuzwegs, der seinen Platz in der Landschaft des Píseker Waldes gefunden hat. Er basiert auf der Symbolik des christlichen Kreuzwegs und seiner Botschaft – vierzehn Schmerzen, vierzehn Stationen auf dem Weg zum Gipfel – der Station der Hoffnung. Ein zentrales Thema der ursprünglichen Überlegungen war die Suche nach der optimalen Strecke für den gesamten Weg, dessen endgültige Form vom Píseker Einheimischen MVDr. Václav Holý entworfen wurde. Der Weg ist 1,5 km lang und führt vom Ausgangspunkt U Vodáka durch eine malerische Landschaft des Naturparks hinauf zur Aussicht der Píseker Förster unterhalb des Berges Jarník (609 m. ü. M.).
Die künstlerische Gestaltung des Weges der schmerzenden Steine wurde der Architektin Laura Jablonská anvertraut. Ihr Konzept arbeitete von Anfang an mit dem Stein als Symbol der Last und der Schwere und betonte optisch dominierende Elemente, die menschliche Dimension und das Prinzip der Vertikalität, das den Menschen überragt. In Zusammenarbeit mit Studenten wurden in einem Píseker Steinbruch außergewöhnlich geformte und farblich einzigartige Steine mit einem Gewicht von 5–7 Tonnen ausgewählt und in einem aufwendigen Verfahren senkrecht im Gelände verankert. Als verbindendes künstlerisches Element des Weges wurde der Kreis als Symbol der Einheit, des Absoluten, der Unendlichkeit und der Ewigkeit gewählt. Dieses Prinzip ist in jeder der vierzehn Schmerzen präsent und gipfelt in der Station der Hoffnung. Auf jedem Stein ist ein Metallring mit dem Namen des jeweiligen Schmerzes befestigt, in dem eine Linse aus rubinrotem Glas eingelassen ist, die einen Bluttropfen symbolisiert.
Nach der vierzehnten Station steigt der Weg steil durch unwegsames Gelände zur Aussicht der Píseker Förster an. Auch hier lässt sich eine Verbindung zur schwierigen Reise der Hoffnung herstellen, die den letzten Willen und die verbleibende Kraft erfordert. Das Ende des Weges ist gleichzeitig ein neuer Anfang. Die Station der Hoffnung bildet den Abschluss des Weges – sowohl im realen als auch im übertragenen Sinn. Ihre Gestaltung hebt sie von den anderen Stationen ab, doch ihr Motiv des Kreises verbindet sie mit dem Ganzen. Sie ist keine Last mehr, sondern ein Versprechen.
Es handelt sich um eine kreisförmige Skulptur mit einem Durchmesser von 2,5 m, die aus massiven Metallplatten besteht, die in vier Segmenten angeordnet sind. Ihre Schnittstellen formen ein Kreuzmotiv in der Fläche. In der Mitte ist ein kreisrundes Stück aus mattem Glas eingefasst, durch das das Licht fällt und das die dunkle Metallfläche „erleuchtet“ – wie eine Hoffnung, die greifbar nahe ist. Die Oberfläche der Metallplatten trägt die Spuren von über tausend abgeschossenen Projektilen – symbolisch erinnern sie an die Narben, die nach überstandenen Kämpfen in der Erinnerung bleiben.
Mit der Station der Hoffnung bietet die Aussicht der Píseker Förster neben einem außergewöhnlichen Blick in die Landschaft auch einen meditativen Raum unter freiem Himmel, der die Bitten und den Dank jedes Besuchers tragen kann.