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Kirche des hl. Wenzel in Lišov

Die Kirche des hl. Wenzel in Lišov wurde in den Jahren 1862-65 am Ort eines älteren Baus erbaut. Von diesem behielt sie den Turm in der Achse des Hauptgiebels.

Die erste schriftliche Erwähnung der Stadt Lišov stammt aus dem Jahre 1334. Die Stadt wurde im Jahre 1619 gemeinsam mit dem Pfarrhaus niedergebrannt. Bis zum Jahre 1661, als der Pfarrer der Stadt Stanislav Gajecius wurde, besuchte Lišov der Pfarrer nur an bestimmten Tagen. Stanislav Gajecius brachte damals in die Kirche das Bild der Muttergottes, das bis heute Bestandteil des Altars ist. Im Jahre 1658 wurde das Gebäude mit der Glocke aus Nürnberg bestückt. Bis zum Jahre 1756 wurden auch um die Kirche Beerdigungen durchgeführt. Obwohl in der Kirche viele Änderungen durchgeführt wurden, wurde sie im Jahre 1861 als unzureichend bewertet und nachfolgend (außer des erwähnten Turmes) abgerissen. Ein Jahr später wurde das Fundament des neuen Gebäudes gelegt, das bereits im Jahre 1864 eingeweiht wurde. Das gesamte Gebäude kostete damals 40 Tausend Gulden. Ein Jahr später wurde die Kirche um eine Orgel aus der Werkstatt des bedeutenden böhmischen Orgelbauers František Svítil sen. bereichert. Keines andere bekannte Instrument aus seiner Werkstatt blieb erhalten.

Aus der Kirche des hl. Wenzel in Lišov stammt angeblich die größte Glocke Bumerin auf dem Schwarzen Turm in Budweis. Der Sage nach gehörte ursprünglich die Glocke der Stadt Rudolfov, aber bei Streitigkeiten der hiesigen Bergleute mit der Stadt Budweis, wurde der Stadt Rudolfov die hiesige Kirche konfisziert. Die hiesigen Leute wollten wenigstens ihre Glocke retten, so vergruben sie in die Erde. Erst viele Jahre später entdeckte die Glocke ein Schweinehirt auf der Sauwiese (Sviní louka) bei Lišov und schenkte sie seiner Stadt. Die Glocke war jedoch für den Turm in Lišov zu schwer, und deswegen verkauften sie die Ratsherren der Stadt Budweis. Die Einwohner der Stadt Lišov sind hiermit reich geworden. Deswegen kauften sie 3 kleine Glocken und es blieb ihnen noch etwas übrig.

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